Zinsen
Zinsen sind eine Belohnung dafür, dass du jemandem etwas geliehen hast. Theoretisch können Zinsen alles Mögliche sein, in der Praxis reden wir aber über Geld. Die Höhe der Zinsen bestimmt der Zinssatz zusammen mit dem Zeitraum, und sie werden von dem Geld berechnet, das du geliehen hast.
Was sind Zinsen
Stell dir vor, dein reicher Onkel Vik leiht dir 80.000 €. Diese 80.000 € kannst du nutzen, wie du willst, aber innerhalb eines Jahres musst du Onkel Vik 88.000 € zurückgeben, also um 10 % mehr. Schaffst du es nicht innerhalb eines Jahres, erhöht sich die Schuld jedes weitere Jahr um weitere 10 %. An diesem einfachen Fall erklären wir die Grundbegriffe:
- Onkel Vik heißt Gläubiger. Der Gläubiger verleiht Geld und vertraut darauf, dass er es zurückbekommt.
- Du bist zum Schuldner geworden. Du schuldest Onkel Vik Geld und hoffst, dass du es rechtzeitig zurückzahlen kannst.
- Die Restschuld (oder auch das Kapital) ist der Geldbetrag, den der Gläubiger dem Schuldner geliehen hat. Die Restschuld kann sich im Lauf der Zeit verringern und auch erhöhen. In der Geschichte von Onkel Vik sind es die 80.000 €.
- Die Zinsen sind der Betrag, den Onkel Vik zusätzlich bekommt. Schaffst du es innerhalb eines Jahres, betragen die Zinsen 8.000 €.
- Der Zinssatz ist üblicherweise die prozentuale Angabe dafür, wie stark die Restschuld im Lauf der Zeit anwächst. Onkel Vik hat einen Zinssatz von zehn Prozent festgelegt.
- Die Zinsperiode entscheidet, wie oft die Zinsen anfallen. Oft ist das ein Jahr, es kann aber auch kürzer sein, zum Beispiel ein Monat oder ein Vierteljahr. Onkel Vik war ziemlich nett und hat die Zinsperiode auf ein Jahr festgelegt.
Wie man Zinsen berechnet
Meistens wirst du die Höhe der Zinsen berechnen und vergleichen wollen, welcher Kredit (oder umgekehrt welche Geldanlage) für dich am besten ist. Was brauchst du dazu? Du musst kennen: die Restschuld, den Zinssatz und die Zinsperiode, nach der die Zinsen neu berechnet werden. Zuerst berechnen wir, wie hoch die Zinsen nach einer Zinsperiode sind (wenn es ein Jahr ist, also nach einem Jahr):
Den Zinssatz schreiben wir in Prozent. Damit erfahren wir, wie hoch die Zinsen nach einem Jahr sind, nach einer Berechnung. Rechnen wir es bei Onkel Vik nach. Die Restschuld beträgt 80.000 €, der Zinssatz 10 %.
Diese Zinsen werden üblicherweise zur Restschuld addiert, und ein Jahr später, bei der nächsten Berechnung, sind die Zinsen um so viel höher. Nach einem Jahr schuldest du also 80.000 € und 8.000 € dazu (88.000). Das Problem ist: Wenn du nichts zurückzahlst, werden die Zinsen im nächsten Jahr von diesem Betrag berechnet und nicht von den ursprünglichen 80.000 €. Für das zweite Jahr hast du also folgende Zinsen:
Gestiegen sind also sowohl die Restschuld als auch die Zinsen. Nach zwei Jahren schuldest du Onkel Vik schon 88.000 + 8.800 = 96.800 Euro. Die nächsten Zinsen werden wieder von diesem neuen, höheren Betrag berechnet, und die Zinsen werden wieder etwas höher sein. Damit kommen wir zum Begriff Zinseszins, das ist der Betrag, den du nach mehreren Verzinsungen zusätzlich zahlst, also nach mehreren Jahren, in denen dir jedes Jahr weitere Zinsen berechnet wurden.
Weiterführende Links
Kapitel: Zinsen, Zinseszins, Inflation, Unterjährige Verzinsung, Wie du die Zinsen bei einer Hypothek berechnest